Falke spec.var. argentum in spe?

Falcon spec.var. argentum Subspezies in spe

silbernfarbener Turmfalke?

… aber nicht Silberfalke …

zur Beantwortung dieser Frage erst mal eine Info-Rückschau. Es war einmal …

Elster oder was für ein Vogel?? … das war mal vor Jahrzehnten die Frage in einem Biologie-Kurs an der Uni; dies ist keine Mär; der Text ist fundiert. Dem Dozenten merkte man an, dass das ein besonderes Exemplar ist, weil man hierbei das Wissensinterpretation erkunden konnte. Elster natürlich nicht, wenngleich ein Mix von Schwarz und Weiß im Gefieder, doch deutlich anders. Zudem viel kleiner. Eher die Größe einer Amsel, doch Amseln sind ♂ rein schwarz bzw. ♀ braun, Jungvögel (juvenil) im bräunlichen Mix.
Keiner kam auf die richtige Antwort.

Es ist eine Amsel gewesen: eine teilalbinotische Amsel.

Albinismus ist eine angeborene Pigment-Störung, d.h. der Farbstoffe. Daraus resultiert vor allem hellere Haut-, Haar- oder Fellfarbe und Augenfarbe oder ebenso möglich Abweichungen zur normalen Fiederung-Ausfärbung. Lebewesen, die hiervon betroffen sind, werden Albino genannt.

Bei Raben kennt man diesen Federn-Phänotypus am ehesten; ist jedoch ohne genauere Untersuchungen nicht sicher auf Albinismus zurückzuführen. Oft sind die Federfahnen brüchig und/oder zeigen Querstreifen.
Dann ist das Erscheinungsbild am ehesten auf Mängel in der Ernährung zurückzuführen.

Außerdem leben solch auffällige Individuen auf gefährlicheren Füßen, als es für angepasste Artgenossen soz. normal ist, weil sie für Fressfeinde leichter zu entdecken sind.

Es ist also eine ornithologische Seltenheit, solch Individuum-Exemplar zu sehen zu bekommen.

Geben Sie doch einfach mal das Wort

teilalbinotisch

in der Google Bilder-Suche ein: Sie werden staunen …!

In diesem Zusammenhang kann man durchaus Fundstellen auftun, die in der biologischen Systematik der Nomenklatur den Spezies-Namen erweitern in puncto variatio (var.); man spricht dann z.B. von intraspezifischer Variation.

Solch sog. Taxon-Erweiterung kann mit der Zeit durchaus zu einer ggf. neuen Unterart deklariert werden, wenn der Unterschied zur Art wesentlich und signifikant erachtet wird und von entsprechenden wissenschaftlichen Institutionen bestätigt worden sein sollte.

Und das ist bei einer teilalbinotischen Amsel vorerst extrem unwahrscheinlich auf Grund der besagten geringen Überlebenswahrscheinlichkeit des einzelnen Tieres, wodurch sich gleichzeitig quasi eine Form von (man könnte sagen) Nicht-Interesse der Evolution am Fortbestand aufdrängt.

Evolution läuft nicht nur über (wenige) Generationen ab, sondern über eine Ära biologischer Genesis …

Demzufolge ist der hier zu sehende ʺArgent Kestrelʺ längst noch keine offizielle Bezeichnung, geschweige Falco tinnunculus var. argentum.

Es ist eher zu verstehen als demonstrative Hervorhebung der unüblichen Art und Weise einer Namensfindung, die lediglich nur als dazu dienlich verstanden werden kann, eine Diskussion zu diesem noch Unikat in der Beobachtung anzuregen, inwieweit ähnliche Exemplare u.U. im weiteren Umkreis entdeckt werden könnten, um ansatzweise eine Hypothese auf Vererbbarkeit anstoßen zu können, was dann
wiederum deutlich interessanter wäre für eine nachforschende Expertise in Sachen eventuell entdeckter neuer Unterart …

Dennoch bleibt bei einer Fragestellung nach hier eventuell sich ankündigender Subspezies in spe ein nicht unwesentliches Merkmal festzuhalten: die Augenfärbung; bei einem Albino nicht selten deutlich untypisches Erscheinungsbild, was bei diesem Exemplar ganz und gar nicht gegeben ist. – Die Zukunft wird eine Antwort finden …

Eine DNA-Untersuchung drängt sich in diesem Fall u.U. schon deshalb auf, falls bald mehrere Exemplare im Umfeld gesichtet werden würden. Warum?

Es gibt eine Art namens Silberfalke [= Graufalke in wörtlicher Übersetzung (Grey falcon)]; die jedoch ist in Australien beheimatet.
Und somit – heutzutage leider nicht selten – drängt sich eventuell eine nochmals ganz andere Möglichkeit auf: Flucht aus Gefangenschaft (einer Vogelhaltung)? Dies als generelle Hinterfragung, doch die Gesichtszeichnung des Grauen ist eine deutlich andere …

… schließend ergibt dies noch die verneinende deutschsprachige Benennung als Silberfalke [auch nicht Silver falcon wegen Verwechslungsoption]; Verhaltensmuster und weitere Beobachtung können erst zu einer vorläufigen Namensgebung Näheres ergeben …

Turmfalke (Falco tinnunculus)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Falkenartige (Falconiformes)
Familie: Falkenartige (Falconidae)
Unterfamilie: Eigentliche Falken (Falconinae)
Gattung: Falken (Falco)
Art: Turmfalke

https://de.wikipedia.org/wiki/Turmfalke

https://de.wikipedia.org/wiki/Albinismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Silberfalke

https://en.wikipedia.org/wiki/Grey_falcon

PS-Anmerkung der Vollständigkeit halber:
Schauen Sie sich die einzelnen Bilder aus der Reihenaufnahme in diesem Beitrag an, die bei solch Sichtungen immer angeraten sind, um unterschiedliche Körperhaltungen im Einzelfoto einzufangen. –

Lediglich das Beitragbild ist saisonale Gruß-Collage, um den Falken größer herauszustellen und seine Auffälligkeit im Umfeld hervorzuheben.


 

 © Photographies Produced & Copyright by Axel Culmsee / Germany

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